Was ist die Messe Préventica?
In der Schweiz ist der Begriff Préventica vielleicht nicht in aller Munde, doch für Fachleute im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist die Messe ein fester Begriff. Sie gilt als der wichtigste Treffpunkt im französischsprachigen Raum für alle, die nach praktischen Lösungen zur Prävention berufsbedingter Risiken und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen suchen. Und seit einigen Jahren taucht bei den Besuchern immer häufiger ein Schlagwort auf: Exoskelett. Die Préventica hat sich tatsächlich als der ideale Ort etabliert, um diese körperunterstützenden Geräte live zu erleben, auszuprobieren und zu verstehen, wie sie Arbeitsplätze nachhaltig verändern können – auch für Schweizer Unternehmen, die über den eigenen Tellerrand blicken wollen.
Eine unumgängliche Veranstaltung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz
Die Préventica verfolgt ein klares Ziel: die Prävention berufsbedingter Risiken zu fördern und die Arbeitsbedingungen konkret zu verbessern. Die Messe bringt Hersteller, Händler, Bildungseinrichtungen, Beratungsunternehmen und öffentliche Institutionen an einem Ort zusammen. Die Idee ist einfach: Fachleuten zu ermöglichen, Lösungen zu vergleichen, sich mit Experten auszutauschen und mit umsetzbaren Handlungsansätzen für ihr Unternehmen nach Hause zu gehen – ein Ansatz, der auch für Schweizer KMU und Grossbetriebe interessant ist.
Die Zielgruppe ist breit gefächert und komplementär:
- Verantwortliche für QHSE (Qualität, Hygiene, Sicherheit, Umwelt)
- Ergonomen und Präventionsfachkräfte
- Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitsmedizin
- Unternehmensführungskräfte, Personalleiter und Produktionsverantwortliche
- Personalvertretungen und Mitglieder des Betriebsrats
Die Zahlen sprechen für sich: Jede regionale Ausgabe versammelt in der Regel mehr als 400 Aussteller und zieht knapp 20.000 Besucher an, mit einem dichten Programm aus Konferenzen, Workshops und Podiumsdiskussionen. Genau diese Kombination aus kommerzieller Ausstellung und wissenschaftlichem Inhalt macht die Besonderheit der Préventica aus.
Termine und Orte der nächsten Ausgaben
Die Préventica funktioniert nach dem Format regionaler Messen, was eine Abdeckung des gesamten französischen Territoriums ermöglicht – für Schweizer Fachleute bedeutet das, dass die nächstgelegenen Ausgaben oft in Grenznähe oder in grösseren Städten stattfinden. Der Kalender 2024-2025 sieht mehrere wichtige Stationen vor:
| Stadt | Ungefährer Zeitraum | Besonderheit |
|---|---|---|
| Lyon | Herbst 2025 | Bedeutende Ausgabe, starke Präsenz von Exoskeletten |
| Paris | Frühjahr 2025 | Die größte Ausgabe, Innovationen als Vorpremiere |
| Nantes | 2025 | Fokus auf Industrie- und Logistiksektor |
| Weitere Städte | Nach Kalender | Insbesondere Bordeaux, Lille, Straßburg – letztere besonders relevant für Schweizer Besucher aus dem Elsass und Basel |
Jede Ausgabe behält dasselbe Format bei: eine Ausstellungsfläche, thematische Konferenzen, praktische Workshops und Demonstrationen unter realen Bedingungen. Die Ausgabe 2025 verspricht besonders reichhaltig zu werden, mit verstärkter Aufmerksamkeit für technologische Innovationen und körperliche Unterstützung am Arbeitsplatz.
Die wichtigsten Themen
Die Préventica deckt alle Herausforderungen der Prävention ab, aber bestimmte Themen kehren systematisch wieder und ziehen die meisten Besucher an:
- Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE), einer der häufigsten Ursachen von Berufskrankheiten – auch in der Schweiz ein wachsendes Problem
- Ergonomie und Gestaltung von Arbeitsplätzen
- Sicherheit im weiteren Sinne: Maschinen, chemische Risiken, Stürze
- Arbeitsplatzqualität und Prävention psychosozialer Risiken
- Technologische Innovationen: Exoskelette, vernetzte Objekte, virtuelle Realität, künstliche Intelligenz
Erfahrungsberichte von Unternehmen nehmen ebenfalls einen zentralen Platz ein. Die Podiumsdiskussionen ermöglichen es Industrieunternehmen, KMU und Kommunen, ihre Erfolge, aber auch ihre Schwierigkeiten zu teilen, was eine wertvolle Informationsquelle für diejenigen darstellt, die einen Einstieg in Erwägung ziehen – ein Format, das auch für Schweizer Betriebe, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, äusserst lehrreich ist.
Die Bedeutung der Exoskelette bei Préventica
Seit mehreren Ausgaben sind Exoskelette zu einer der Hauptattraktionen der Messe geworden. Das Thema begeistert: Zwischen technologischen Versprechen, ergonomischen Herausforderungen und Fragen zum Return on Investment wollen Fachleute verstehen, was hinter diesen Geräten steckt. Die Préventica bietet ihnen einen idealen Rahmen, um von der Theorie zur Praxis überzugehen – ein Ansatz, der auch in der Schweiz zunehmend auf Interesse stösst, wo strenge Vorschriften und ein hohes Sicherheitsbewusstsein den Boden für innovative Präventionslösungen bereiten.
Aussteller und Demonstrationen
Zahlreiche Hersteller und Händler von Exoskeletten sind auf der Préventica vertreten. Zu nennen sind insbesondere Exyvex, RB3D, Hilti sowie weitere französische und internationale Akteure, die auf körperliche Unterstützung spezialisiert sind. Jeder präsentiert seine neuesten Innovationen an seinem Stand, bietet aber vor allem konkrete Demonstrationen an.
Diese Demonstrationsbereiche sind besonders beliebt, da sie es ermöglichen, die Geräte in realistischen Situationen zu testen:
- Tragen schwerer Lasten
- Repetitive Bewegungen (Montage, Verschraubung, Handhabung)
- Längere statische Positionen (Arbeiten mit erhobenen Armen, in der Hocke)
- Fortbewegung auf schwierigem Gelände
Die Möglichkeit, selbst ein Exoskelett zu testen und direkt mit den Herstellern zu sprechen, ist ein echter Vorteil. So kann man sich ein genaues Bild von Komfort, einfacher Einstellung und tatsächlichem Nutzen des Geräts machen – weit entfernt von bloßen technischen Datenblättern.
Spezielle Konferenzen und Workshops
Über die Stände hinaus bietet die Préventica ein Programm mit Konferenzen und Workshops, die speziell den Exoskeletten gewidmet sind. Experten berichten dort von ihren Erfahrungen und Analysen:
- Beiträge zur Integration von Exoskeletten im Unternehmen: Wo anfangen, wie Teams schulen, wie den Nutzen messen
- Vorstellung wissenschaftlicher Studien zur tatsächlichen Wirksamkeit von Exoskeletten, insbesondere bei der Reduzierung von MSE
- Praktische Workshops wie „Wie wähle ich mein Exoskelett aus?", mit Kriterienkatalogen und Erfahrungsberichten
Diese Sessions sind oft ausgebucht – ein Zeichen für das wachsende Interesse der Unternehmen an diesen Lösungen.
Vorgestellte Arten von Exoskeletten
Die Vielfalt der auf der Préventica vorgestellten Geräte spiegelt die fortschreitende Reife des Marktes wider. Im Allgemeinen lassen sich drei große Familien unterscheiden:
- Exoskelette für die oberen Gliedmaßen: Sie unterstützen Arme und Schultern, besonders nützlich für Arbeiten mit erhobenen Armen oder repetitive Bewegungen
- Exoskelette für die unteren Gliedmaßen: Sie stützen Beine und Hüften, wie der Exyvex, und eignen sich für Arbeitsplätze, die Hocken, Knien oder längeres Gehen erfordern
- Vollständige oder modulare Exoskelette: Sie kombinieren mehrere Unterstützungszonen und eignen sich für verschiedene Branchen (Industrie, Bauwesen, Logistik, Gesundheitswesen)
Diese Vielfalt ermöglicht es jedem Unternehmen, eine Lösung zu finden, die zu seinen spezifischen Anforderungen passt – sei es ein Produktionsarbeitsplatz, eine Baustelle oder eine Pflegeeinrichtung. In der Schweiz, wo das Baugewerbe und das Gesundheitswesen zu den körperlich belastendsten Branchen zählen, ist diese Bandbreite besonders relevant.
Die Vorteile von Exoskeletten für die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen
Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören auch in der Schweiz zu den häufigsten Ursachen von Arbeitsunfähigkeit. Jedes Jahr verursachen sie erhebliche Kosten für Unternehmen und das Gesundheitssystem. Angesichts dieser Situation erscheinen Exoskelette als eine ergänzende Lösung zu klassischen Präventionsansätzen – ein Ansatz, der auch mit den Grundsätzen der SUVA und der EKAS vereinbar ist.
Reduzierung von Muskel-Skelett-Erkrankungen
Das Prinzip ist einfach: Indem das Exoskelett die Bewegung unterstützt oder einen Teil des Körpers stützt, verringert es die körperlichen Belastungen auf Gelenke und Muskeln. Das Ergebnis: weniger Spannung in empfindlichen Bereichen, weniger angesammelte Ermüdung und somit ein geringeres Risiko, eine Erkrankung zu entwickeln.
Studien in ausgerüsteten Unternehmen zeigen ermutigende Ergebnisse:
- Rückgang der MSE um 30 bis 50 % in bestimmten Konfigurationen
- Deutliche Reduzierung von Rückenschmerzen, Sehnenscheidenentzündungen und anderen Erkrankungen im Zusammenhang mit repetitiven Bewegungen
- Verringerung der mentalen Belastung durch die Angst, sich zu verletzen
Diese Zahlen müssen natürlich mit Vorsicht interpretiert werden: Die Wirksamkeit hängt von der Art des Arbeitsplatzes, der Schulung der Nutzer und der ganzheitlichen Integration des Geräts in einen Präventionsansatz ab.
Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Über die reine Prävention hinaus verbessern Exoskelette konkret den Arbeitsalltag der Beschäftigten:
- Körperliche Unterstützung bei schweren Aufgaben: Tragen von Lasten, statische Positionen, repetitive Bewegungen
- Verringerung der Ermüdung am Ende des Tages, was sich oft in besserer Produktivität niederschlägt
- Bessere Inklusion älterer Arbeitnehmer oder Menschen mit Behinderung, die so länger an ihrem Arbeitsplatz bleiben können
In einem Kontext der Alterung der Erwerbsbevölkerung und des Arbeitskräftemangels in bestimmten Branchen – eine Entwicklung, die auch die Schweiz stark betrifft – sind diese Vorteile alles andere als nebensächlich.
Erfahrungsberichte von Unternehmen
Mehrere Unternehmen, insbesondere in der Automobil- und Luftfahrtindustrie, haben den Schritt bereits gewagt und teilen ihre Erfahrungen auf der Préventica. Die beobachteten Vorteile sind oft vielfältig:
- Rückgang der krankheitsbedingten Fehlzeiten im Zusammenhang mit MSE
- Verbesserung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz und des Betriebsklimas
- Bessere Attraktivität bei der Personalgewinnung für körperlich belastende Stellen
Die identifizierten Erfolgsfaktoren sind immer dieselben: Schulung der Nutzer, Begleitung des Wandels, Anpassung der Arbeitsplätze und langfristige Nachverfolgung. Ein Exoskelett, das im Schrank bleibt, bringt nichts; sein tatsächlicher und begleiteter Einsatz macht den Unterschied.
Fokus auf das Beinexoskelett Exyvex
Unter den auf der Préventica vorgestellten Lösungen zieht das Beinexoskelett Exyvex besondere Aufmerksamkeit auf sich. Es veranschaulicht gut die neue Generation von Geräten: leichter, ergonomischer und für vielfältige Anwendungen geeignet – von der Arbeitswelt über das Wandern bis hin zur Rehabilitation.
Vorstellung und Eigenschaften
Exyvex ist ein Beinexoskelett, das entwickelt wurde, um die Bewegung im Bereich der unteren Gliedmaßen zu unterstützen. Seine Hauptmerkmale:
- Leichtes und ergonomisches Design, das den Nutzer bei seinen Bewegungen nicht behindern soll
- Motorisierte oder passive Unterstützungstechnologie je nach Modell, um die Geh- oder Beugebewegung zu unterstützen
- Personalisierte Einstellungen zur Anpassung an verschiedene Körperformen und unterschiedliche Bedürfnisse
Diese Anpassungsfähigkeit ist wesentlich: Ein Exoskelett muss sich der Körperform seines Nutzers anpassen, um effektiv und komfortabel zu sein, ohne Druckstellen zu verursachen.
Anwendungen beim Wandern
Eine der überraschendsten Anwendungen von Exyvex betrifft das Wandern. In unwegsamem Gelände unterstützt das Exoskelett das Gehen und reduziert die Muskelanstrengung, was ermöglicht:
- Die Ausdauer über lange Strecken zu verlängern
- Bestimmten Verletzungen durch Ermüdung oder wiederholte Anstrengungen vorzubeugen
- Die Berge für Menschen zugänglich zu machen, die ohne Unterstützung darauf verzichtet hätten
In der Schweiz, wo das Wandern zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten zählt und die Alpenlandschaft mit ihren anspruchsvollen Höhenwegen ideale Bedingungen bietet, könnte diese Anwendung auf besonderes Interesse stossen – sei es bei Bergführern, Rettungskräften oder ambitionierten Wanderern.
Berufliche Anwendungen
In der Arbeitswelt findet Exyvex sein vielversprechendstes Einsatzfeld. Die betroffenen Branchen sind zahlreich:
- Bauwesen: Arbeiten in der Hocke, Tragen von Lasten, Fortbewegung auf der Baustelle
- Logistik: repetitive Handhabung, Kommissionierung
- Industrie: statische oder repetitive Arbeitsplätze, die eine Unterstützung der Beine erfordern
- Landwirtschaft: Gartenbau, Ernte, Instandhaltung
Das Ziel ist immer dasselbe: die Belastung durch repetitive Tätigkeiten oder das Tragen schwerer Lasten zu reduzieren und das Gerät in ein umfassendes Programm zur Prävention von MSE zu integrieren. Das Exoskelett ersetzt nicht die Arbeitsplatzgestaltung, sondern ergänzt sie effektiv.
Anwendungen in der Rehabilitation
Ein weiterer stark wachsender Bereich: die Rehabilitation. Nach einer Verletzung oder Operation (Knie, Hüfte) kann das Exoskelett dem Patienten helfen, schrittweise die Mobilität wiederzuerlangen und seine motorische Funktion wiederherzustellen. Im Krankenhaus oder Rehabilitationszentrum eingesetzt, ermöglicht es:
- Eine personalisierte Begleitung der Bewegung
- Eine frühere und sicherere Wiederaufnahme des Gehens
- Eine Verbesserung der Mobilität und der funktionellen Wiederherstellung